Auf einen Kaffee mit Anna

Wie lange bist Du schon bei MUSTANG tätig und wie bist Du damals auf das Unternehmen gekommen?

Bei MUSTANG arbeite ich schon seit über zwei Jahren. Auf das Unternehmen an sich bin ich durch meine Bachelorarbeit gestoßen. Ich habe mich in meinem Studium mit allem möglichem beschäftigt und verschiedene Stoffe ausprobiert, bis ich auf Denim gestoßen bin. Ich dachte mir, Jeans hat jeder an, ich trage sie selbst jeden Tag und es hat mich einfach wahnsinnig interessiert. Ich habe mich dann dazu entschieden mit einer Wäscherei in Tübingen (CHT BEZEMA) zusammenzuarbeiten. Dort habe ich meine selbst genähte Jeanskollektion für meine Bachelorarbeit waschen lassen und nebenbei noch viele interessante Fakten über Jeans, Wäschereien, Firmen etc. erfahren. Ich war von dem Thema und allem was ich gelernt habe so geflasht, dass ich mir dachte, dass ich mich da noch mehr reinfuchsen möchte. Die Wäscherei in Tübingen hat mir dann von MUSTANG berichtet. Aus Interesse recherchierte ich im Internet über die Firma und ihre Geschichte und sah dann auch direkt die Stellenausschreibung als Junior Designer und schickte gleich eine Bewerbung ab.

Wie sieht Dein Arbeitsalltag bei MUSTANG aus?

Kommt ganz darauf an in welcher Arbeitsphase ich gerade stecke. Im Moment gibt es folgende Phasen bis zum Order-Ende: Kollektionsplanung, Trendrecherchen, auf Messen gehen oder Store-Checks, Lieferanten-Vorlagen besuchen und Style-Sheet Send Outs, Proto-Status, SMS-Status und Waschmusterfreigabe für die Produktion. Hinzu kommen Trendrecherchen, Zeichnungen bearbeiten, Waschmuster freigeben von der Vorsaison, Styles anlegen im PLM-System, Proto-Muster/SMS-Muster fitten und kommentieren und so weiter.

Im Moment beschäftige ich mich mit den Proto-Mustern für die Herbst/Winter Kollektion 1821. Diese müssen kommentiert werden und dem Lieferanten geschickt werden. Dabei wird die Waschung, Trims, Garn Farbe, Passform und das Fabric überprüft, bevor es in die SMS-Phase geht.

Die Arbeit bleibt also abwechslungsreich.

Wie würdest Du die Marke MUSTANG beschreiben?

MUSTANG ist für mich ganz klar eine Denim-Marke mit Tradition und Geschichte, was vielen Marken fehlt. Und es vermittelt einen coolen Lifestyle: Frei, bodenständig, naturverbunden und authentisch.

Wie würdest du die Atmosphäre bei MUSTANG in einem Wort beschreiben?

Darüber habe ich ehrlich gesagt lange nachgedacht und bin auf das Wort „familiär“ gekommen. Das trifft es denke ich am besten. Einfach heimisch.

Würdest Du dich selbst als Denim-Liebhaberin beschreiben? Und wie würdest Du Deinen eigenen Modestil umreißen?

Seitdem ich mich intensiv mit dem Thema Jeans beschäftige, würde ich mich schon als Denim-Liebhaberin beschreiben. Anfangs war es eher unterbewusst, ich habe immer meine Lieblingsjeans getragen, aber mich nie gefragt, was eigentlich dahintersteckt. Welche Schritte gemacht werden müssen, damit eine Jeans so aussieht wie sie es tut. Mich begeistert dieses Thema einfach.

Meinen eigenen Modestil würde ich als klassisch mit einem Hauch Extravaganz beschreiben, ein bisschen verrückt, aber nie zu extrem.

Wie wichtig ist Dir persönlich das Thema Denim?

Sehr wichtig! Es ist ja sozusagen meine Arbeit und vor allem trage ich es am Körper – eigentlich täglich. Mir ist aufgefallen, dass sich momentan so viele Menschen Gedanken darüber machen, was sie ihrem Körper durch Essen zuführen – egal ob vegan, glutenfrei, laktosefrei, etc. Der nächste Schritt wäre sich zu fragen, was trage ich eigentlich am Körper und wie wirkt es sich auf meine Umwelt aus.

Du bist privat ja auch sehr kreativ und entwirfst immer wieder neue Jeans-Kunstwerke. Wie hast Du diese Leidenschaft für Dich entdeckt?

Ich hatte schon immer eine Leidenschaft für Kunst. Diese spezielle Idee entstand während der Zeit meiner Bachelorarbeit. Es war ein freies Projekt und ich wollte unbedingt etwas Verrücktes machen und Kunst und Mode verbinden. Da ich aber nicht viel finanziellen Spielraum hatte, überlegte ich mir etwas mit Dingen zu kreieren, die ich schon besaß. Und da es ein Modestudium war, habe ich mich natürlich für Klamotten entschieden. Und so habe ich herumexperimentiert. Die ersten Gesichter waren aus allen möglichen Klamotten wie T-Shirts, Jacken, etc. gelegt – es war sehr bunt. Erst später, als ich bei MUSTANG arbeitete, kam mir die Idee, diese Idee mal mit Jeans umzusetzen. Dann konnte ich nicht mehr damit aufhören.

Woher nimmst Du die Inspiration für Deine Kunstwerke?

Auf Apps wie Instagram, Pinterest oder WGSN kann man einige Inspirationen sammeln oder bei Store-Checks, Schaufenster-Messen, anderen Jeanskünstlern und auf Reisen. Aber meistens entsteht die Inspiration durch den Arbeitsprozess an sich. Oft fallen Stoffe von selbst in eine Position, die man nicht geplant hat und dadurch entstehen immer wieder neue interessante Formen.

Wie wichtig ist das Thema Social Media bei der Verbreitung und Kommunikation Deiner Denim-Werke? Auf welchen sozialen Netzwerken bist Du unterwegs?

Ehrlich gesagt, habe ich mich Social Media anfangs eher verweigert. Mir war diese Welt zu surreal. Aber als sich dann einige Werke von mir angesammelt hatten, dachte ich, warum es nicht mal zeigen?! Und dafür hat sich Social Media einfach perfekt angeboten. Was ich heute daran loben kann ist, dass es mir einen guten Einblick in verschiedene Marken, Styles, Trends oder Designern bietet, die ich vorher nicht kannte. Unterwegs bin ich momentan auf Instagram, Twitter und Facebook, meine eigene Website ist in Planung.

Wie viel Zeit bringst Du privat für Deine Leidenschaft auf? Und wie lange dauert es, ein solches Denim-Werk zu schaffen?

In letzter Zeit verbringe ich sehr viel Zeit damit. Wenn ich einen guten Tag habe, reicht mir eine Stunde, an einem Schlechten brauche ich schon mal einen ganzen Tag. Es kommt auch darauf an, wie groß das Bild wird. Wenn ich ein Bild abends nach der Arbeit lege, muss ich so lange mit dem fotografieren warten, bis es hell genug ist, da ich keine professionelle Ausrüstung habe. Das zieht sich dann natürlich in die Länge. Ich lasse mich aber nicht stressen, sonst würde es ja keinen Spaß mehr machen.

Strebst Du ein bestimmtes Ziel mit Deinen Kunstwerken an, z.B. eine Ausstellung oder machst Du sie in erster Linie für Dich selbst?

Mein Ziel war in erster Linie erst einmal Leute damit zu erreichen. Über mehr habe ich mir ehrlich gesagt nie Gedanken gemacht. Die Idee kam aus einer Laune heraus, einfach aus Spaß an der Sache. Aber ein Traum, den ich schon lange habe, wäre ein eigenes kleines Kunst- und Modeatelier, in dem ich mich austoben kann. Live sehen die Jeanswerke natürlich auch ganz anders und eindrucksvoller aus als auf Bildern.

Wie bringst Du Deinen Job und deine private Leidenschaft unter einen Hut?

Sehr gut, da es einfach super zusammenpasst. Natürlich ist es manchmal anstrengend, sich nach der Arbeit noch aufzuraffen, aber es ist für mich ein guter Ausgleich. Ich finde die Kombination zwischen Mode und Kunst sehr spannend. Im Büro sind Jeans für mich eine Arbeitsgrundlage und abends mein Kunstmaterial. Trotzdem vermeide ich es, die Hosen zu zerschneiden. Ich möchte das Potenzial eines Kleidungsstücks nutzen, um neue Formen zu finden. Das inspiriert mich dann auch manchmal zu neuen Detaillösungen, welche sich auch auf das Design eines Kleidungsstückes umsetzten lässt. Das macht die Sache nicht leichter, aber spannender. Ich mag Perspektivenwechsel und ich sehe Dinge gerne mal anders, als man sie für gewöhnlich betrachtet.

Welche Rolle spielt MUSTANG bei der Schaffung Deiner Werke?

Eine große, durch MUSTANG bin ich erst auf diese Idee gekommen.

Gibt es eine Message, die Du Deinen Followern mit den Denim-Werken mit auf den Weg geben möchtest?

Mode macht Spaß! Viele fragen sich jeden Tag, was sie anziehen sollen und machen sich zu viele Gedanken. Geht lockerer und verspielter an das Thema ran. Im Grunde sind es „nur“ Klamotten. Macht damit, was ihr wollt. Die Hauptsache ist, dabei authentisch zu bleiben. Öfter geht auch von meinen Bildern eine gewisse Ironie und Witz aus und so sollen sie dann auch wahrgenommen werden. Mode wird oft zu ernst genommen oder wirkt aufgesetzt und so sollte es nicht sein.

Zum Schluss: In einem Wort: Jeans sind für mich…

Universell.

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